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Aktuelles

Neue Erkenntnisse zu Holocaust-Opfern aus Ihrhove

Mit seinem 2017 erschienenen Buch „Geboren in Ihrhove-Westoverledingen – im Holocaust umgekommen“ hat der Regionalhistoriker Hermann Adams in der Gemeinde Westoverledingen einen sehr wertvollen Beitrag zur Auseinandersetzung mit der jüdischen Vergangenheit gesetzt. Vielen Westoverledinger Bürgerinnen und Bürgern wurde erst mit der Veröffentlichung des Buches vor Augen geführt, dass es vor dem Zweiten Weltkrieg auch in Westoverledingen eine jüdische Bevölkerung gegeben hat.

Nun hat Hermann Adams weitere Erkenntnisse zu den 13 jüdischen Frauen und Männern aus Ihrhove zusammengetragen. So entstand ein 2. Teil seines Buchs, der mit über 180 Seiten sogar noch umfangreicher als Teil 1 ist. Das Buch trägt den Titel „Transportsystem Westerbork – Rheiderland – Westoverledingen – Leer – Bremen -ins Verderben“. 

Auf den ersten 30 Seiten widmet sich Adams seinen Forschungen zum Durchgangslager Westerbork, von dem aus die Deportationszüge durch Ostfriesland weiter in die großen Vernichtungslager im Osten organisiert wurden. Ein weiteres Thema des neues Buchs ist außerdem das Schicksal des gebürtig aus Ihrhove stammenden Max Mindus. Erst nach der Veröffentlichung seines ersten Buchs -kurz vor der Einweihung des Holocaust-Denkmals in Ihrhove im November 2019- fand Adams heraus, dass Max Mindus den Holocaust überlebt hatte und nach Kalifornien ausgewandert war. Auf den weiteren Seiten werden die neuesten Erkenntnisse zu den 13 jüdischen Frauen und Männern aus Ihrhove dargestellt, die im Nationalsozialismus umgebracht wurden. 

Da der inzwischen 84-jährige Hermann Adams aus Altersgründen keine Bücher mehr in Eigenregie veröffentlicht, hat sich die Gemeinde Westoverledingen dazu entschieden, bei Druck und Verkauf behilflich zu sein. Bürgermeister Theo Douwes erklärt: „Im Namen der Gemeinde Westoverledingen danke ich Hermann Adams für seine unermüdlichen Forschungen und den Aufwand, den er betreibt. Sein Einsatz ist von unschätzbarem Wert für unsere Gemeinde, denn es ist unsere Pflicht, die Erinnerung wach zu halten, damit sich die Geschichte nicht wiederholt. Gerade in Zeiten von zunehmendem offenen Fremdenhass können wir nicht oft genug darauf hinweisen, wie schnell sich die Ausgrenzung vermeintlich Anderer sowie Hass und Gewalt verselbständigen können“. 

Das Buch „Transportsystem Westerbork“ ist im Rathaus in der Tourist-Info zum Preis von 14 Euro erhältlich. Bestellungen sind auch per Mail an kirsten.beening(at)westoverledingen.de möglich.