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Grünes Licht für Kompensationsflächenpool durch Flurbereinigung

In der Gemeinde Westoverledingen können die Probleme bei der Ausweisung von Neubaugebieten aufgrund von fehlenden Ausgleichsflächen schon bald gelöst werden. Grund dafür ist, dass das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz das Flurbereinigungsverfahren Overledinger Moor zur Einleitung freigegeben hat.

Das Foto zeigt v.l.: Bürgermeister Theo Douwes, Bauamtsleiter Marco Smid, Marlies Wieghaus (Amt für regionale Landesentwicklung), Bauamtsmitarbeiter Ernst Reil sowie die Landwirte Christof Schmidt, Heinrich Steinhorst, Bernhard Broers und Thorsten Bruns.

 „Vorhandene Kompensationsflächen werden zu einem größeren Komplex zusammengelegt. In diesem Gebiet können dann zukünftig Ersatzmaßnahmen für mehrere Eingriffe in die Natur gebündelt werden. Somit haben wir für die nächsten Jahre genügend Ausgleichsflächen zur Verfügung. Zudem haben die Maßnahmen für den Natur- und Umweltschutz einen hohen Stellenwert.“, erklärt Bauamtsleiter Marco Smid.

Mit den Planungen für den Kompensationsflächenpool hat die Gemeinde bereits vor mehreren Jahren begonnen. Zunächst war hierfür die Konzepterstellung eines
Flurbereinigungsverfahrens für eine 1.400 Hektar große Fläche rund um die Russenstraße, welches den Namen „Overledinger Moor“ trägt, notwendig. Dieses
Verfahren wurde nun vom Landwirtschaftsministerium bewilligt. Die Anordnung des Flurbereinigungsverfahrens als Auftakt ist im Juni 2021 zusammen mit vier weiteren vereinfachten Flurbereinigungsverfahren im Amtsbezirk Weser-Ems geplant.

„Der Bedarf an Kompensationsflächen nimmt bei den Kommunen stetig zu, während gleichzeitig der Druck auf die Flächen steigt. Daher wurde die Idee konkretisiert, vorhandene gemeindeeigene Kompensationsflächen in zwei Kompensationsflächenpools über ein Flurbereinigungsverfahren zusammenzulegen, um den anhaltenden Nutzungskonflikt zwischen notwendiger gemeindlicher Entwicklung und Landwirtschaft nachhaltig und unter Einbeziehung aller Akteure zu entschärfen.“, erklärt Dezernatsteilleiterin Marlies Wieghaus von der Geschäftsstelle Aurich des Amtes für regionale Landesentwicklung Weser-Ems.

Das Konzept sieht neben dem Flächenmanagement einen Wegeausbau auf einer Länge von rd. 7 km vor. Neben dieser Verbesserung der Agrarstruktur durch den Wegeausbau soll im Rahmen des Verfahrens auch eine Verbesserung der Besitzstruktur aller landwirtschaftlichen Grundeigentümer vorgenommen werden.

Damit kann die Gemeinde nun weitere Überlegungen in Bezug auf eine Flächenauswahl für den Kompensationsflächenpool anstellen. Es sollen vor allem höherwertige Ausgleichsflächen entstehen und der Verbrauch von landwirtschaftlichen Flächen für vereinzelte Kompensation reduziert werden. Ziel ist unter anderem die Wiederherstellung eines Hochmoorkomplexes, was der ursprünglichen Vegetation des Overledinger Moores entspricht. Dazu ist der Bau von Polderflächen auf Torfflächen angedacht, welche das Oberflächenwasser zurückhalten können, um die typische Hochmoorvegetation zum Wachsen zu bringen.

Bürgermeister Theo Douwes freut sich darüber, dass die Schaffung des Pools nun angegangen werden kann. Von der ersten Idee 2015 bis zur jetzt anstehenden Einleitung des Flurbereinigungsverfahrens ist es ein langer Weg gewesen. „Umso mehr freut es mich, dass nicht nur die Problematik fehlender Ausgleichsflächen nun bald für mehrere Jahre gelöst werden kann, sondern auch ein Beitrag für den Naturschutz geleistet werden kann. Bei allen Aufwertungsmaßnahmen werden die Interessen der Landwirte vor Ort starke Berücksichtigung finden, um ein langfristiges Miteinander von Landwirtschaft, Mensch und Natur zu gewährleisten.“