Bahnhofstraße Ihrhove

1409 wurde Ihrhove (Iderhave, Yrhave, Yrhove) erstmals urkundlich erwähnt und war im Mittelalter nicht nur „Kirchspiel“ sondern auch Sitz der Vogtei Overledingerland. Da einige Kirchspiele zum Bistum Osnabrück und einige zum Bistum Münster gehörten, war das Gebiet bis zur Reformation immer wieder Streitigkeiten und machtpolitischen Auseinandersetzungen ausgesetzt. Im 15. Jahrhundert wurde eine Burg in Ihrhove von ostfriesischen Häuptlingen zerstört. Im 16. Jahrhundert überfielen Münsteraner Truppen das Dorf und raubten die Ihrhover Kirche aus dem 13. Jahrhundert aus. Diese sieht heute noch so aus wie damals.

Auch wirtschaftlich waren Ihrhove und seine Umgebung schon früh gefragt. 1859 im Frühjahr und Herbst fanden Viehmärkte statt und später kamen noch Butter- und Käsemärkte hinzu. (Heute findet jedes Jahr am letzten Wochenende im Juni der „Ihrhover Bottermarkt“ rund um das Rathaus statt.) Auch über den Wallschloot konnten „Plattbooten-Schiffe“ die Waren und Handelsgüter bis über Ems, Leda und Jümme in das Umland transportieren. Es bestand in den Wintermonaten ein Bootsverkehr von Esklum über das Esklumer Sieltief bis zum Lüdeweg in der Gemarkung Folmhusen. Darüber wurden nachweislich Baumateriealien und auch Personen befördert. 

1854 kam noch die Eisenbahnlinie „Rheine-Emden“ und 1912 bis 1962 die Kleinbahn „Ihrhove-Westrhauderfehn“ hinzu. Nach der Gebietsreform 1973 ist Ihrhove heute Mittelpunkt der Gemeinde Westoverledingen (12 Ortsteile) mit Sitz der Verwaltung im Rathaus.

Im Wandel der Zeit hat sich nicht nur das Erscheinungsbild von Ihrhove und der „Bahnhofstraße“ - früher „Dorfstraße“ - bis heute immer wieder verändert. Alte Gebäude wurden durch Neubauten ersetzt, Straßenbelag oder Bäume wurden erneuert. Anhand einiger Beispiele auf dem Infoschild am Rathaus möchten wir den Betrachter einen Blick auf verschiedene Zeiten (ca. 1900 – 1975) gewähren, um sich selbst ein Bild machen zu können.